Wie viel CO2 verursacht ein Liter Heizöl?

Wie viel CO2 verursacht ein Liter Heizöl?

Ein Liter Heizöl setzt beim Verbrennen rund 2,66 Kilogramm CO2 frei, so der Emissionsfaktor des Umweltbundesamts. Das entspricht etwa 0,266 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde – rund 32 Prozent mehr als bei Erdgas.

Kurz zusammengefasst: Bei 2,66 kg CO2 pro Liter verursacht ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Litern rund 6.650 Kilogramm CO2 pro Jahr – bei 3.000 Litern sind es etwa 7.980 Kilogramm. Erdgas liegt mit rund 2,0 kg CO2 pro Kubikmeter beziehungsweise 0,201 kg pro kWh spürbar darunter. Der CO2-Preis selbst ändert daran nichts, er bepreist nur diese Menge – 2026 mit 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 (Stand März 2026). Wer die Emissionen senken will, kommt an weniger Verbrauch, Bio-Heizöl-Beimischung oder einem Technologiewechsel nicht vorbei.

Wie wird der CO2-Ausstoß von Heizöl berechnet?

Der Emissionsfaktor von 2,66 kg CO2 pro Liter wird einfach mit der verbrauchten Literzahl multipliziert.

Der Wert stammt aus dem festen Kohlenstoffgehalt von leichtem Heizöl (Heizöl EL) und ist unabhängig vom Anbieter, da er sich aus der Chemie des Brennstoffs ergibt, nicht aus Marktpreisen. Wer seinen Jahresverbrauch kennt, kann die persönliche Bilanz direkt hochrechnen: 2.000 Liter ergeben rund 5.320 kg CO2, 2.500 Liter rund 6.650 kg, 3.000 Liter rund 7.980 kg. Zum Vergleich mit dem eigenen Verbrauch pro Quadratmeter hilft der Beitrag zur Berechnung des jährlichen Heizölverbrauchs.

Wie schneidet Heizöl im Vergleich zu anderen Energieträgern ab?

Heizöl liegt bei den CO2-Emissionen klar über Erdgas und deutlich über Strom aus dem heutigen deutschen Energiemix.

Erdgas verursacht laut Umweltbundesamt rund 0,201 kg CO2 pro Kilowattstunde – gegenüber 0,266 kg bei Heizöl ein Unterschied von etwa 32 Prozent zugunsten von Gas. Bei einer Wärmepumpe hängt die Bilanz vom Strommix ab, liegt aber durch die hohe Effizienz der Anlage in aller Regel deutlich niedriger als bei einer reinen Ölheizung. Ein Vergleich beider Systeme findet sich im Beitrag zum Umstieg von der Ölheizung zur Wärmepumpe.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Emissionsfaktor und CO2-Preis: Der Emissionsfaktor beschreibt die physikalisch feststehende Menge an CO2, der CO2-Preis dagegen, was diese Menge aktuell kostet. Wie sich Letzterer 2026 auf die Heizkosten auswirkt, erklärt der Artikel zum CO2-Preis auf Heizöl.

Verändert Bio-Heizöl die CO2-Bilanz?

Ja – Bio-Heizöl-Beimischungen senken die ausgewiesene fossile CO2-Bilanz anteilig zur beigemischten Menge.

Wird zum Beispiel Heizöl mit einem Bio-Anteil von 10 bis 30 Prozent verwendet, sinkt der fossile Anteil der Emissionen entsprechend, da der biogene Anteil in der offiziellen Bilanzierung als weitgehend klimaneutral gilt. Vollständig CO2-frei wird die Verbrennung dadurch nicht, da Herstellung und Transport weiterhin Emissionen verursachen. Details zu Zusammensetzung und Grenzen liefert der Beitrag Bio-Heizöl vs. fossiles Heizöl.

Wie kann ich die CO2-Bilanz meiner Ölheizung senken?

Am wirksamsten sind ein geringerer Verbrauch durch Sanierung, der Umstieg auf Bio-Heizöl-Anteile oder eine Hybrid- beziehungsweise Wärmepumpenlösung.

Da der Emissionsfaktor pro Liter fix ist, führt nur ein geringerer Literverbrauch oder ein anderer Brennstoff zu weniger CO2. Eine bessere Gebäudedämmung und ein hydraulischer Abgleich senken den Verbrauch oft spürbar, ohne den Kessel zu tauschen. Wer den Kessel ohnehin ersetzen muss, kann mit einer Hybridheizung einen Teil der Wärme über eine Wärmepumpe decken und nur an sehr kalten Tagen mit Öl nachheizen. Wie das im Detail funktioniert, zeigt der Beitrag zur Hybridheizung mit Öl. Wer den eigenen Verbrauch zunächst realistisch einschätzen will, findet Unterstützung im Heizöl-Rechner.

Häufige Fragen

Ist der CO2-Emissionsfaktor für alle Heizöl-Sorten gleich?

Für Heizöl EL und schwefelarmes Heizöl EL unterscheidet sich der fossile Emissionsfaktor kaum, da beide chemisch sehr ähnlich sind. Nur ein beigemischter Bio-Anteil verändert die Bilanz spürbar.

Wird der CO2-Preis auf die 2,66 kg direkt aufgeschlagen?

Nein, der CO2-Preis bepreist die bereits feststehende Menge an ausgestoßenem CO2 in Euro – er verändert nicht, wie viel CO2 tatsächlich entsteht, sondern nur, was diese Menge kostet.

Wie viel CO2 spart ein Umstieg auf Erdgas konkret?

Bei gleichem Energiebedarf liegt Erdgas rund 32 Prozent unter Heizöl. Bei 2.500 Litern Heizöl-Äquivalent entspricht das einer Einsparung von grob 2.100 kg CO2 pro Jahr – die tatsächliche Differenz hängt vom Wirkungsgrad beider Anlagen ab.

Quellen

Umweltbundesamt (UBA) – CO2-Emissionsfaktoren fossiler Brennstoffe
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und Naturschutz – Entwicklung des CO2-Preises ab 2026
Polarstern Energie – CO2-Bepreisung nach Heizsystem, Stand März 2026

Heizoel.org
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