Bio-Heizöl vs. fossiles Heizöl: Die Unterschiede

Bio-Heizöl vs. fossiles Heizöl: Die Unterschiede

Bio-Heizöl enthält heute meist 5 bis 10 Prozent biogene Anteile wie Pflanzenöle oder Altfette, die als CO2-neutral gelten, und kostet dadurch 5 bis 15 Prozent mehr als reines fossiles Heizöl. Für ein typisches Einfamilienhaus liegt der Mehrpreis bei rund 200 Euro pro Jahr.

Kurz zusammengefasst: Bio-Heizöl mischt fossilem Heizöl biogene Rohstoffe bei – aktuell meist 5 bis 10 Prozent. Der Mehrpreis liegt bei 5 bis 15 Prozent, die CO2-Einsparung entsprechend beim biogenen Anteil (Stand: co2online, Januar 2025). Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für neue fossile Heizungen künftig steigende Bio-Anteile vor, die sogenannte Biotreppe.

Was ist Bio-Heizöl genau?

Bio-Heizöl ist eine Mischung aus konventionellem, fossilem Heizöl und biogenen Rohstoffen wie Pflanzenölen, gebrauchten Speisefetten oder synthetischen Kraftstoffen.

Der biogene Anteil wird dem fossilen Heizöl beigemischt, ohne dass an der Heizungsanlage selbst etwas verändert werden muss – moderne Öl-Brennwertkessel sind für Bio-Heizöl mit haushaltsüblichen Beimischungsquoten in der Regel freigegeben. Aktuell liegt der Bio-Anteil im Handel meist zwischen 5 und 10 Prozent, höhere Anteile sind bislang selten verfügbar.

Wer Fachbegriffe rund um Brennwerttechnik oder Beimischungsquoten nachschlagen möchte, findet Erklärungen im Glossar von heizoel.org.

Wie unterscheiden sich die Emissionen?

Der biogene Anteil im Bio-Heizöl gilt als CO2-neutral, weil die zugrunde liegenden Pflanzen beim Wachstum so viel CO2 gebunden haben, wie bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Der fossile Rest-Anteil verursacht weiterhin reguläre CO2-Emissionen.

Bei einem Bio-Anteil von 5 bis 10 Prozent fällt die reale CO2-Einsparung entsprechend moderat aus: Nur dieser Anteil des Heizölverbrauchs wird rechnerisch als emissionsfrei behandelt, die übrigen 90 bis 95 Prozent unterliegen weiterhin dem regulären CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Mehr dazu, wie sich dieser Preis 2026 konkret auswirkt, steht im Artikel CO2-Preis auf Heizöl.

Erst mit höheren Bio-Anteilen, wie sie das Gebäudeenergiegesetz für neue fossile Heizungen künftig vorschreibt, steigt der Klimaeffekt spürbar.

Was kostet Bio-Heizöl im Vergleich?

Bio-Heizöl ist rund 5 bis 15 Prozent teurer als fossiles Standard-Heizöl. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 2.015 Euro jährlichen Heizkosten entspricht das einem Mehrpreis von etwa 200 Euro im Jahr.

Der Aufpreis ergibt sich aus höheren Herstellungskosten der biogenen Komponenten gegenüber rein fossilem Heizöl. Wie stark sich das im eigenen Fall bemerkbar macht, hängt vom individuellen Verbrauch ab – eine erste Orientierung liefert der Heizöl-Rechner.

Wirtschaftlich lohnt sich Bio-Heizöl vor allem für Haushalte, die kurzfristig ihre CO2-Bilanz verbessern wollen, ohne die Heizungsanlage auszutauschen.

Was bedeutet die „Biotreppe“ im Gebäudeenergiegesetz?

Die sogenannte Biotreppe schreibt für neu eingebaute fossile Heizungen künftig schrittweise steigende Mindestanteile an erneuerbaren beziehungsweise biogenen Brennstoffen vor.

Nach den aktuell diskutierten Stufen soll die Quote ab 2029 bei rund 10 Prozent beginnen und bis 2040 auf etwa 60 Prozent steigen. Für bestehende, funktionierende Ölheizungen gilt keine automatische Nachrüstpflicht – die Biotreppe greift in erster Linie bei Neueinbau oder Austausch einer fossilen Heizung. Genaue Fristen und Übergangsregelungen sollten Eigentümerinnen und Eigentümer im Einzelfall mit einem Energieberater oder Schornsteinfeger klären.

Häufige Fragen

Muss meine bestehende Ölheizung für Bio-Heizöl umgerüstet werden?

Moderne Öl-Brennwertkessel sind für haushaltsübliche Bio-Anteile von bis zu rund 10 bis 15 Prozent in der Regel ohne Umbau geeignet. Bei höheren Anteilen oder älteren Anlagen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Schornsteinfeger oder Heizungsfachbetrieb.

Ist Bio-Heizöl überall erhältlich?

Das Angebot hat in den letzten Jahren zugenommen, ist aber noch nicht flächendeckend bei jedem Händler verfügbar. Eine Nachfrage beim lokalen Heizölhändler lohnt sich.

Spart Bio-Heizöl beim CO2-Preis nach dem BEHG?

Ja, der biogene Anteil wird nicht mit dem CO2-Preis belastet, sodass sich der CO2-Kostenanteil am Literpreis anteilig verringert.

Quellen

co2online, „Bio-Heizöl: Lohnt sich der Aufpreis?“, Stand: Januar 2025
Gebäudeforum, „Biotreppe im GModG 2026: Gestaffelte Beimischung für Gas- und Ölheizungen“
Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), Informationen zum Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)