Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2026
Der Heizölpreis lag am 17. September 2026 bei rund 181 ct/l und damit etwa 90 % über dem Vorjahreswert. Analysten erwarten laut Marktbeobachtern für 2027 eher sinkende Preise, sollte sich die geopolitische Lage beruhigen. Kurzfristig, im Herbst 2026, bleibt das Niveau aber hoch und schwankungsanfällig.
Wie hoch ist der Heizölpreis aktuell?
Der Literpreis lag am 17. September 2026 bei rund 181 ct/l für Standardqualität bei einer Bestellmenge von 2.000 bis 3.000 Litern.
Das entspricht bei 3.000 Litern einer Rechnung von grob 4.900 bis 5.200 Euro, abhängig von Region, Lieferant und Bestellmenge – ab wie vielen Litern Heizöl günstiger wird, zeigt die Preisstaffel im Detail. Wie sich dieser Tagespreis zusammensetzt und wie man ihn richtig liest, erklärt der Beitrag Heizöl-Tagespreis richtig lesen. Eine Übersicht zu konkreten Kosten für eine Standardbestellung liefert Was kosten 1.000 Liter Heizöl?.
Warum ist der Preis in den letzten Wochen so stark gestiegen?
Der Literpreis zog binnen eines Monats um rund 29 % und binnen eines Jahres um rund 90 % an, laut Marktdaten von Mitte September 2026.
Heizöl hängt eng am Rohölpreis, der wiederum stark auf geopolitische Ereignisse reagiert. Wie dieser Zusammenhang konkret funktioniert und welche Faktoren den Ölpreis treiben, erläutert Ölpreis und Heizölpreis: Der Zusammenhang. Zusätzlich sorgt die saisonal steigende Nachfrage im Herbst dafür, dass viele Haushalte gleichzeitig bestellen, was den Preis zusätzlich stützt.
Wichtig für die Einordnung: Ein einzelner Tagespreis ist immer eine Momentaufnahme. Wer eine größere Menge bestellt, sollte mehrere Anbieter vergleichen, statt sich am ersten Angebot zu orientieren.
Was ist für die Heizölpreise 2027 zu erwarten?
Mehrere Marktbeobachter erwarten für 2027 einen Rückgang der Ölpreise, sollte sich die aktuelle geopolitische Lage entspannen.
Konkret wird unter anderem auf eine mögliche Beruhigung nach den US-Zwischenwahlen im November 2026 verwiesen. Eine belastbare Punktprognose gibt es dafür naturgemäß nicht – Ölmärkte reagieren kurzfristig auf Nachrichtenlage, nicht auf langfristige Modelle. Wer seinen Tankbedarf für die kommende Heizperiode plant, sollte deshalb eher mit einer Preisspanne als mit einer festen Zahl kalkulieren.
Fest steht dagegen der staatlich regulierte Anteil: Der CO2-Preis-Korridor bleibt nach aktuellem Kabinettsbeschluss vom 12. August 2026 bei 55-65 Euro je Tonne CO2 stabil, auch für 2027. Das Gesetz muss aber noch Bundestag und Bundesrat passieren. Wer sich vom CO2-Preis bei fossilem Heizöl langfristig unabhängiger machen will, prüft zunehmend auch HVO100 als Heizöl-Ersatz, dessen Preis und Freigabe-Voraussetzungen sich deutlich von fossilem Heizöl unterscheiden.
Wie viel macht der CO2-Preis am Literpreis aus?
Der CO2-Preis-Korridor von 55-65 Euro je Tonne entspricht rechnerisch rund 17,3 bis 20,5 Cent pro Liter Heizöl.
Bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Litern ergeben sich daraus laut aktuellem Regierungsentwurf für 2027 rund 347 bis 410 Euro allein für die CO2-Komponente. Für Überschussmengen sind im Entwurf Sonderpreise von bis zu 73-75 Euro je Tonne vorgesehen, jeweils 5 Euro mehr als 2026. Diese CO2-Kosten kommen unabhängig von der Marktpreisentwicklung beim Rohöl zusätzlich auf die Rechnung. Neben dem CO2-Preis trägt Heizöl noch eine zweite feste Steuerebene, die Energiesteuer. Welche Sätze dort 2026 gelten und warum der aktuelle Tankrabatt für Benzin und Diesel daran nichts ändert, erklärt der Beitrag Energiesteuer auf Heizöl 2026.
Lohnt sich Abwarten oder lieber jetzt bestellen?
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht, da niemand den kurzfristigen Preisverlauf zuverlässig vorhersagen kann.
Wer den Tank fast leer hat, sollte nicht auf einen möglichen Preisrückgang wetten, sondern rechtzeitig nachbestellen, um nicht in eine Notlage zu geraten. Wer noch Spielraum hat, kann Preisalarme einrichten und mehrere Tagespreise über einige Wochen beobachten, bevor er bestellt. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich mehrerer Anbieter, da die Preisspannen zwischen Händlern am selben Tag teils mehrere Cent pro Liter betragen (siehe Heizöl-Anbieter im Vergleich: Worauf achten?). Eine erste Einschätzung zur eigenen Kostenplanung liefert der Heizöl-Rechner.
Häufige Fragen
Wie oft ändert sich der Heizölpreis?
Der Tagespreis kann sich werktäglich, teils mehrfach am Tag ändern, da er unmittelbar an die Rohölnotierungen und den Euro-Dollar-Kurs gekoppelt ist.
Wird der CO2-Preis 2027 auf jeden Fall steigen?
Nach dem Kabinettsbeschluss vom 12. August 2026 soll der Korridor bei 55-65 Euro je Tonne stabil bleiben. Endgültig ist das erst nach Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat.
Ist der aktuelle Heizölpreis historisch hoch?
Stand 17. September 2026 liegt der Preis rund 90 % über dem Vorjahreswert und damit deutlich über dem Niveau der vergangenen Jahre, wie der Heizölpreis-Chart der letzten 20 Jahre zeigt.
Quellen
TECSON Mineralölhandel (Tagespreis-Daten, Stand 17.09.2026); heizsparer.de (CO2-Preis-Korridor, Stand 02.09.2026); Deutscher Bundestag (BEHG-Novelle).


