Ab welcher Temperatur gefriert Heizöl?

Zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2026

Handelsübliches Heizöl EL trübt sich ab etwa +3 °C durch Paraffinkristalle ein und wird bei rund -10 °C (dem üblichen CFPP-Grenzwert) nicht mehr pumpfähig. Winterware mit Fließverbesserern bleibt dagegen meist bis -20 °C bis -28 °C förderfähig.

Kurz zusammengefasst: Heizöl beginnt bei +3 °C durch Paraffinausscheidung leicht zu trüben, ab -3 bis -5 °C drohen Filter und Leitungen zu verstopfen, bei -10 °C (CFPP-Grenzwert) ist Standard-Heizöl EL nicht mehr förderfähig. Winter- bzw. Polarheizöl mit Additiven bleibt dank Fließverbesserern bis -20 °C bis -28 °C flüssig. Additive können den CFPP-Wert nachträglich um 10 bis 15 Grad senken, wirken aber nur vorbeugend, nicht nach dem Einfrieren. Betroffen sind fast ausschließlich Außentanks und freiliegende Leitungen, während Kellertanks in der Regel frostsicher bleiben.

Was passiert mit Heizöl bei Frost?

Heizöl EL enthält Paraffine, die bei sinkender Temperatur auskristallisieren und das Öl erst trüben und dann zähflüssig machen.

Ab etwa +3 °C beginnen sich feine Paraffinkristalle zu bilden – das Öl wird milchig, fließt aber noch normal. Sinkt die Temperatur weiter, wachsen die Kristalle und verklumpen zunehmend. Zwischen -3 °C und -5 °C steigt die Gefahr, dass Filter, Düsen oder enge Leitungsquerschnitte verstopfen, obwohl das Öl im Tank selbst noch nicht komplett fest ist. Der Brenner bekommt dann zu wenig oder gar kein Öl mehr und schaltet auf Störung.

Vollständig fest wird Heizöl erst bei deutlich tieferen Temperaturen, dem sogenannten Pourpoint. In der Praxis relevant ist aber meist schon der CFPP-Wert, weil die Anlage vorher ausfällt.

Ab welcher Temperatur wird Heizöl unbrauchbar?

Der Cold Filter Plugging Point (CFPP) von Standard-Heizöl EL liegt laut Norm bei maximal -10 °C – ab diesem Punkt lässt sich das Öl nicht mehr durch die Anlagenfilter pumpen.

Der CFPP-Wert beschreibt die tiefste Temperatur, bei der Heizöl gerade noch innerhalb einer vorgegebenen Zeit durch ein Prüfsieb fließt. Handelsübliches Heizöl EL nach DIN 51603-1 muss diesen Grenzwert von -10 °C einhalten. Sinkt die Öltemperatur im Tank oder in der Leitung darunter, kann die Förderpumpe der Heizungsanlage das Öl nicht mehr ansaugen, und die Heizung fällt aus – meist mitten im Kälteeinbruch, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

Wichtig: Die Lufttemperatur draußen muss nicht dauerhaft -10 °C erreichen, damit das passiert. Entscheidend ist die tatsächliche Öltemperatur an der kältesten Stelle der Anlage, etwa in einer ungedämmten Leitung an der Außenwand.

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterheizöl?

Winter- oder Polarheizöl wird bereits ab der Raffinerie mit Fließverbesserern versetzt und bleibt dadurch bis etwa -20 °C bis -28 °C pumpfähig, während normales Heizöl EL nur für mildere Regionen ausgelegt ist.

Raffinerien und Heizölhändler bieten in kälteexponierten Regionen und für Freiland- oder Außentanks spezielle Winterqualitäten an. Diese enthalten Additive, die das Kristallwachstum der Paraffine verzögern und so den CFPP-Wert deutlich absenken. Nachträglich zugesetzte Fließverbesserer können den Grenzwert um 10 bis 15 Grad verbessern – sie müssen aber vor dem Kälteeinbruch ins noch flüssige Öl eingerührt werden, denn bereits ausgefallene Paraffinkristalle lassen sich damit nicht mehr auflösen.

Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser mit Kellertank in Deutschland reicht Standard-Heizöl EL völlig aus, weil die Öltemperatur im beheizten Gebäude kaum unter den kritischen Bereich fällt.

Welche Tanks und Leitungen sind besonders gefährdet?

Betroffen sind praktisch nur Außentanks, unbeheizte Garagen, Schuppen sowie freiliegende oder schlecht gedämmte Leitungsabschnitte an Außenwänden.

Ein Tank im normal beheizten Keller hält auch im Winter meist Temperaturen deutlich über dem kritischen Bereich, selbst wenn der Heizraum selbst nicht direkt beheizt wird – die umgebende Gebäudemasse wirkt puffernd. Anders sieht es bei oberirdischen Tanks im Freien, in Nebengebäuden ohne Heizung oder bei Leitungen aus, die durch kalte Kellerschächte, entlang von Außenwänden oder durch ungedämmte Durchbrüche verlegt sind. Wer plant, einen Öltank für ein Wochenend- oder Ferienhaus einzurichten, sollte die Lage vorab prüfen; ein Heizöl-Rechner hilft zusätzlich, den passenden Bevorratungsbedarf für die kalte Jahreszeit realistisch einzuschätzen.

Wie schützt man Tank und Leitungen vor Kälte?

Dämmung exponierter Leitungen, ein ausreichend gefüllter Tank und rechtzeitige Winterware verhindern die meisten Frostprobleme.

Rohrleitungen an Außenwänden oder in kalten Durchgängen lassen sich mit handelsüblicher Rohrisolierung oder Begleitheizbändern schützen. Ein gut gefüllter Tank kühlt zudem langsamer aus als ein fast leerer, weil die größere Ölmasse Wärme länger speichert – ein zusätzliches Argument, rechtzeitig vor dem Winter nachzubestellen, wie es auch der Beitrag zum richtigen Zeitpunkt für die Winterbevorratung beschreibt. Bei bekannt kälteexponierten Standorten lohnt sich das gezielte Nachfragen nach Winter- oder Polarqualität beim Händler. Ein niedriger Füllstand erhöht zusätzlich das Risiko, dass sich am Tankboden angesammeltes Kondenswasser absetzt und bei Frost zuerst einfriert; der Beitrag [Wasser im Heizöltank](https://heizoel.org/wasser-im-heizoeltank-ursachen-folgen-und-was-zu-tun-ist/) erklärt Ursachen und Gegenmaßnahmen.

Häufige Fragen

Friert Heizöl im normalen Kellertank ein?

In der Regel nicht. Kellerräume in bewohnten Gebäuden unterschreiten selbst im strengen Winter selten die kritische Marke von -10 °C Öltemperatur, da die umgebende Bausubstanz wärmedämmend wirkt.

Ist eingefrorenes Heizöl danach noch nutzbar?

Ja. Die Paraffinausscheidung ist ein rein physikalischer, kein chemischer Vorgang. Sobald das Öl wieder erwärmt wird, lösen sich die Kristalle, und die Qualität bleibt unverändert.

Kostet Winterheizöl deutlich mehr als Standardware?

Der Aufpreis für additiviertes Winter- oder Polarheizöl bewegt sich meist im niedrigen Cent-Bereich pro Liter und liegt damit klar unter den Kosten eines witterungsbedingten Heizungsausfalls.

Quellen

IWO – Institut für Wärme und Oeltechnik; Verbraucherzentrale; DIN 51603-1 (Heizöl EL – Mindestanforderungen)

Heizoel.org
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