Heizöl günstig kaufen: Worauf kommt es beim Preis wirklich an?

Der Heizölpreis hängt vor allem vom Tagespreis, der Bestellmenge und dem Liefertermin ab, nicht primär vom Händler. Wer größere Mengen ab 3.000 Litern zu einem nachfrageschwachen Zeitpunkt bestellt und mehrere Angebote vergleicht, zahlt meist 5 bis 10 Prozent weniger als bei einer spontanen Kleinmengenbestellung.

Kurz zusammengefasst: Der größte Hebel beim Preis ist die Bestellmenge: Ab 3.000 Litern sinkt der Literpreis spürbar, unter 1.500 Litern steigt er durch einen Mindermengenzuschlag. Der zweite Hebel ist das Timing, denn zwischen April und September liegt der Tagespreis oft 5 bis 15 Prozent unter dem Winterniveau. Ein Preisvergleich über mehrere Händler bringt zusätzlich häufig 2 bis 4 Cent je Liter Unterschied bei identischer Menge und Region.

Wie stark schwankt der Heizölpreis über das Jahr?

Zwischen dem günstigsten und teuersten Monat liegen häufig 5 bis 15 Prozent Preisunterschied.

Der sogenannte Tagespreis bildet sich aus dem Rohölpreis, dem Wechselkurs des US-Dollars, Raffineriekosten und der aktuellen Nachfrage. Zwischen Oktober und Februar bestellen die meisten Haushalte nach, wodurch die Nachfrage und damit der Preis steigt. Zwischen April und September ist die Nachfrage niedriger, was sich meist in einem günstigeren Tagespreis niederschlägt. Einen aktuellen Vergleich lokaler Anbieter liefert der Anbieter-Vergleich.

Lohnt sich eine größere Bestellmenge?

Ja, ab etwa 3.000 Litern sinkt der Literpreis meist um mehrere Cent gegenüber einer Bestellung unter 1.500 Litern.

Heizölhändler kalkulieren Fixkosten wie Anfahrt und Abrechnung pro Lieferung, nicht pro Liter. Bei größeren Mengen verteilen sich diese Fixkosten auf mehr Liter, wodurch der Literpreis sinkt. Wer die Tankkapazität hat, füllt deshalb besser einmal jährlich größere Mengen nach als mehrfach kleine Teilmengen zu bestellen. Wie viel Liter der eigene Tank tatsächlich aufnimmt, lässt sich mit dem Heizöl-Rechner überschlagen.

Was ist eine Sammelbestellung und spart sie wirklich Geld?

Bei einer Sammelbestellung bündeln mehrere Haushalte in einer Straße oder einem Ort ihre Bestellungen für einen gemeinsamen Liefertermin.

Der Händler fährt dann nur eine Route statt mehrerer Einzelfahrten an, was die Anfahrtskosten senkt. Nachbarschaftsinitiativen oder manche Vergleichsportale organisieren solche Sammelbestellungen aktiv und geben den Kostenvorteil teilweise an die Teilnehmer weiter. Der Effekt ist real, aber kleiner als der Effekt der reinen Bestellmenge pro Haushalt.

Wie viel bringt ein Preisvergleich zwischen Händlern?

Bei identischer Menge und Region liegen die Angebote verschiedener Händler oft 2 bis 4 Cent je Liter auseinander.

Das liegt an unterschiedlichen Einkaufskonditionen, Margen und Lieferradien der Anbieter. Ein einmaliger Vergleich über mehrere Anbieter vor jeder größeren Bestellung kostet wenige Minuten und macht bei 3.000 Litern schnell einen dreistelligen Eurobetrag Unterschied aus. Den grundsätzlichen Ablauf einer Bestellung beschreibt der Artikel Heizöl kaufen: So läuft die Bestellung ab.

Verbessert ein flexibler Liefertermin den Preis?

Ja, eine Abrufbestellung ohne festen Termin ist meist günstiger als eine Bestellung mit Fixtermin.

Händler können bei flexiblem Termin mehrere Lieferungen effizienter auf einer Route zusammenlegen. Diesen Effizienzgewinn geben viele Anbieter als Preisnachlass weiter, oft in Höhe von 3 bis 5 Cent je Liter. Wer keinen dringenden Bedarf hat, profitiert also doppelt: von der Terminflexibilität und indirekt von der Möglichkeit, den günstigsten Tagespreis der kommenden Wochen abzuwarten.

Häufige Fragen

Ist der günstigste Anbieter immer der beste?

Nicht zwingend. Lieferzuverlässigkeit, Zahlungsbedingungen und Erreichbarkeit bei Problemen zählen ebenso, besonders bei Erstbestellungen bei einem unbekannten Händler.

Wie oft ändert sich der Tagespreis?

Der Tagespreis kann sich mehrmals täglich ändern, da er an die Rohstoffmärkte gekoppelt ist. Ein Vergleich am Morgen kann sich vom Vergleich am Nachmittag unterscheiden.

Was ist der Mindermengenzuschlag?

Ein Aufschlag pro Liter, den Händler bei Bestellungen unterhalb einer festgelegten Menge berechnen, weil sich die Anfahrt sonst nicht rechnet. Details dazu im Glossar.

Quellen

Verbraucherzentrale, Bundesverband freier Tankstellen und Kraftstoffhändler (bft), IWO Institut für Wärme und Oeltechnik