Der Heizöl-Rechner auf heizoel.org rechnet den bisherigen Ölverbrauch in Litern mit der Formel kWh = Liter × 10 in Kilowattstunden um und macht ihn so mit dem künftigen Stromverbrauch einer Wärmepumpe vergleichbar. Die Methodik dahinter ist bewusst einfach gehalten und transparent nachvollziehbar.
Welche Rechenmethode steckt hinter dem Heizöl-Rechner?
Der Rechner nutzt den festen Heizwert von 10 kWh pro Liter Heizöl EL und multipliziert ihn mit der vom Nutzer eingegebenen Literzahl.
Diese Methode entspricht dem in Deutschland gängigen Referenzwert für den Heizwert (Hu) von Heizöl EL und ist damit direkt mit Gas- und Stromverbrauch in kWh vergleichbar. Auf eine künstliche Scheingenauigkeit mit Nachkommastellen wird bewusst verzichtet, da der reale Heizwert ohnehin zwischen 9,8 und 10,0 kWh pro Liter schwankt.
Der Rechner liefert damit einen belastbaren Richtwert für den ersten Vergleich, keine technische Feinauslegung, wie sie ein Energieberater mit einer vollständigen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vornehmen würde.
Wie läuft ein Testfall durch den Rechner durch?
Ein Beispielhaushalt mit 2.200 Litern Jahresverbrauch erhält im Rechner ein Ergebnis von 22.000 kWh Energieinhalt.
Rechenweg: 2.200 Liter × 10 kWh/Liter = 22.000 kWh. Dieser Wert entspricht dem Energieinhalt des verbrauchten Heizöls über ein Jahr und ist die Ausgangsbasis für den weiteren Vergleich mit einer Wärmepumpe.
Um daraus einen realistischen Stromverbrauch für eine Wärmepumpe abzuleiten, wird der Wert zusätzlich durch die angenommene Jahresarbeitszahl geteilt. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 ergibt sich 22.000 kWh ÷ 3,5 ≈ 6.286 kWh Stromverbrauch pro Jahr.
Wer eigene Zahlen testen will, trägt den individuellen Literverbrauch direkt im Heizöl-Rechner ein und erhält beide Werte auf einen Blick.
Was bedeutet das Rechenergebnis für eine Wärmepumpen-Entscheidung?
Der Vergleich zeigt die grobe Größenordnung des künftigen Stromverbrauchs, ersetzt aber keine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung mit aktuellen Strom- und Ölpreisen.
Aus dem Beispiel mit 22.000 kWh Heizöl-Energieinhalt und rund 6.286 kWh geschätztem Wärmepumpen-Stromverbrauch lässt sich bereits ein erster Kostenvergleich mit den aktuellen Preisen pro kWh Heizöl und pro kWh Strom anstellen.
Für die endgültige Entscheidung spielen weitere Faktoren eine Rolle: der energetische Zustand des Gebäudes, die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizkörper, mögliche Fördermittel und die tatsächliche Jahresarbeitszahl der konkret gewählten Wärmepumpe, die je nach Modell und Aufstellort zwischen 3,0 und 4,5 liegen kann.
Der Rechner liefert damit einen soliden ersten Anhaltspunkt für die Planung, wie auch im ausführlicheren Artikel zur Umrechnung für die Wärmepumpen-Dimensionierung beschrieben.
Welche Grenzen hat die Berechnung?
Der Rechner berücksichtigt weder den individuellen Kesselwirkungsgrad noch die tatsächliche Jahresarbeitszahl der neuen Wärmepumpe, beides sind Annahmen mit Bandbreite.
Ein alter Ölkessel arbeitet mit einem Wirkungsgrad von etwa 85 bis 90 Prozent, sodass der reale Wärmebedarf des Hauses etwas unter dem reinen Energieinhalt des verbrauchten Öls liegt. Diese Differenz wird im einfachen Rechner nicht automatisch abgezogen.
Für eine genaue Wirtschaftlichkeitsrechnung vor einer Wärmepumpen-Anschaffung empfiehlt sich deshalb zusätzlich eine Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsfachbetrieb vor Ort, der die individuelle Heizlast des Gebäudes ermittelt.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Rechner auch Gas- oder Pelletverbrauch umrechnen?
Nein, der Heizöl-Rechner ist speziell auf den Heizwert von Heizöl EL mit 10 kWh pro Liter ausgelegt und nicht auf andere Brennstoffe übertragbar.
Wie zuverlässig ist die geschätzte Jahresarbeitszahl im Vergleichsrechner?
Sie ist ein Durchschnittswert, die reale Jahresarbeitszahl hängt vom Wärmepumpen-Modell, dem Heizsystem und dem Gebäude ab und kann individuell abweichen.
Ersetzt der Rechner eine Energieberatung?
Nein, er liefert einen schnellen ersten Richtwert, eine verbindliche Wärmepumpen-Auslegung erfordert eine individuelle Heizlastberechnung.
Quellen
IWO Institut für Wärme und Oeltechnik, BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), Verbraucherzentrale, DIN EN 12831 Heizlastberechnung.


